Viennale mit Schwerpunkt Mittel- & Lateinamerika
Hurch: "Zu Bollywood-Filmen habe ich keinen Zugang"
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| Auch 2008 wird es keinen Filmwettbewerb auf der Viennale geben (Foto: Viennale) |
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Wien
(pte/22.08.2008/13:00) -
Mit 130 bis 140 Langfilmen und etwa einer gleichen Anzahl an Kurzfilmen wartet die diesjährige Viennale http://www.viennale.at vom 17. bis 29. Oktober auf. Das gaben die Macher von Österreichs größtem Filmfestival heute, Freitag, im Gespräch mit pressetext in Wien bekannt. "Unser Schwerpunkt wird wie in den zurückliegenden Jahren nicht nur auf Highlights aus den bekannten Filmhochburgen liegen", erklärt Viennale-Direktor Hans Hurch. So werden in diesem Herbst viele Filme aus Latein- und Mittelamerika über die Wiener Kinoleinwände flimmern.
Ebenfalls der Tradition treu bleibt man in Sachen Wettbewerb. "So lange ich hier Direktor bin, wird es keinen Filmwettbewerb auf der Viennale geben. Davon gibt es in Europa genug", sagt Hurch eindringlich. Für ihn stehe die Kunst und die Vermittlung von Inhalten im Mittelpunkt seines Filmfestivals. Von daher bemängelt er es auch sehr, dass es seiner Meinung nach seit einigen Jahren keine wirklich guten Komödien mehr gibt. "Einen politischen oder traurigen Film zu machen, ist sicher viel einfacher als eine gut gemachte Komödie. Leider trauen sich viel zu wenige Regisseure in letzter Zeit an dieses Genre heran", meint Hurch. Er fügt dann aber hinzu, dass er sich von dem jungen portugiesischen Regisseur Miguel Gomes einige Innovationen erhofft. "Er hat ein Gespür für gute Komödien, deshalb haben wir ihn auch als Spezial-Gast nach Wien eingeladen."
Neben Gomes liegt das Augenmerk der Viennale-Macher in diesem Jahr auf den Filmemachern John Gianvito und Werner Schroeter sowie auf dem Musiker Bob Dylan. "Speziell über Dylan werden wir eine Vielzahl an Werken zeigen, die es in dieser Art und Weise der Komposition noch nie gegeben hat", meint Hurch. Zudem wird es, wie der Direktor ankündigte, "sehr bewegende und einzigartige Filme" über den Boxer Mike Tyson und den Regisseur Roman Polanski geben.
Entgegen der Tendenzen der zurückliegenden Jahre, dass sich die großen europäischen Filmfestivals auch Streifen aus Bollywood öffnen, werden sich derartige Produktionen auch 2008 nicht bei der Viennale finden. Schnippisch reagierte Hurch auf die Frage, warum er sich Filmen aus Indien verschließe: "Ich habe einfach keinen Zugang zu diesen Filmen. Mir fehlt zudem die kulturelle Verbindung zu Indien und die Viennale ist ja nicht das einzige Filmfestival. Es gibt sicher genügend andere passende Plätze, wo Filme aus Bollywood gezeigt werden können."
Ebenfalls verzichten müssen die Zuschauer wohl auch in diesem Jahr wieder auf große Stars. "Ich finde es natürlich schön, wenn Hollywoodgrößen nach Wien kommen und wir arbeiten auch daran, aber es ist für mich nicht das wichtigste", sagt Hurch. Für ihn sei hingegen jeder der präsentierten Filme und deren Macher die Stars der Viennale, auf die er stolz sei.
Wappentier der Viennale 2008 ist der Gekko. "Ein Tier, das schnell, scheu, sensibel und beweglich ist", wie Hurch erzählt. Eigenschaften, die der Festival-Direktor auch mit der Viennale verbindet. "Sicher lässt sich unser Festival noch mit weit mehr Adjektiven charakterisieren, aber diese sind typische." Hurch sei es leid, für Film-Festivals immer nur Filmrollen, Filmstreifen oder gespannt schauende Augen auf Plakaten zu sehen. "Von daher suchen wir uns regelmäßig Tiere, mit denen wir uns assoziieren können."
(Ende)
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