Motorola: Multimedia-Handys für Indiens Landbevölkerung
Analyst: Geringe Chancen gegen Nokia - Hohe Investitionen notwendig
|
| Indien: Motorola sieht großes Potenzial in ländlichen Regionen (Foto: motorola.com) |
|
Neu Delhi/Schaumburg
(pte/16.05.2008/13:50) -
Motorola will verstärkt besser ausgestattete Handys in ländlichen Gegenden Indiens anbieten. Der Markt für Mobiltelefone mit Multimedia-Ausstattung und weiteren Funktionen wie Wi-Fi oder NFC-Technologie würde auch außerhalb der Großstädte stark wachsen, weshalb das Unternehmen dort nicht mehr nur Billighandys anbieten wolle, berichtet der Business Standard. "Das Potenzial ist gegeben, da Indien der weltweit am stärksten wachsende Mobilfunkmarkt ist und die Durchdringungsrate gleichzeitig mit rund 17 Prozent noch relativ niedrig ist", sagt Nicolas von Stackelberg, Analyst bei Sal. Oppenheim, im Gespräch mit pressetext. Gegen Mitbewerber wie Nokia, der auch in Indien stark vertreten ist, hätte Motorola jedoch nur geringe Chancen.
"Unser Fokus in ländlichen Märkten in Indien ist nicht nur auf billige Handys gerichtet. Wir sehen, dass auch dort immer mehr Multimedia-Geräte genutzt werden und dieser Trend stark zunimmt", wird Malcolm Dawe, Vice President und General Manager von Motorolas Handy-Sparte, zitiert. Da die Durchdringungsrate von Mobiltelefonen in Indien derzeit noch relativ gering sei, sehe man in dieser Region größere Chancen als in allen anderen Märkten. "Motorola müsste massiv in die Produktentwicklung und Lokalisierung der Endgeräte investieren, was Nokia schon sehr früh gemacht hat", betont dagegen Stackelberg. Auch bei der Distribution in ländlichen Gebieten warte noch viel Arbeit auf das Unternehmen, da erst die entsprechende Infrastruktur aufgebaut werden müsse.
Insgesamt 20 verschiedene Geschäfts- und Marktsegmente habe man in Indien erkannt, die unter anderem TV- oder Musik-Services sowie den Einsatz von NFC-Technologie umfassen. Vor knapp drei Jahren habe man erst zwölf solcher Felder verzeichnet. In Japan und Teilen Europas hat der angeschlagene Handyhersteller bereits Pilotprojekte mit NFC-Technologie durchgeführt. Diese und andere neue Applikationen sollen dabei helfen, im Wettbewerb mit Branchengrößen wie Nokia wieder Marktanteile gutzumachen.
Die Ankündigung über das verstärkte Engagement in Indien könne aber auch darauf hindeuten, dass im nächsten Schritt ein indisches Unternehmen die zum Verkauf stehende Mobiltelefonsparte übernehmen könnte, so Stackelberg. Schon Anfang April signalisierte der indische Großkonzern Videocon Interesse am Handy-Geschäft des US-Unternehmens (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=080402028 ). Motorola will seine angeschlagene Mobiltelefonsparte 2009 vom restlichen Konzern trennen.
(Ende)
|