EU-Roaming: "Planwirtschaftliche Eingriffe in Mobilfunkmarkt"
Uneinigkeit über Preisregulierung hält an
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| SMS aus dem Ausland sollen billiger werden (Foto: pixelio.de) |
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Brüssel
(pte/18.01.2008/06:05) -
Die European Regulators Group (ERG) http://www.erg.eu.int hat gestern, Donnerstag, ihren ersten Bericht über die Umsetzung der Roaming-Preise nach EU-Verordnung veröffentlicht. Über dessen Ergebnisse bestehen jedoch weitgehend Meinungsverschiedenheiten. So zieht Paul Rübig (EVP), Roaming-Chefverhandler des Europäischen Parlaments, eine durchwegs positive Bilanz aus dem Bericht. Brancheninsider verweisen aber auf weiterhin bestehende Mankos. "Die Preisregulierung der Roaming-Kosten durch die EU beinhaltet nicht nur eine Vorleistungsregulierung bei den Anbietern, sondern auch eine Endkundenpreisregulierung. Wäre dies nicht der Fall und würde die ERG lediglich eine effiziente Vorleistungsregulierung durchführen, hätten wir mehr Bewegung am Markt und mehr Wettbewerb", kritisiert Wolfgang Heer, Pressesprecher des Verbands der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten http://www.vatm.de, auf Nachfrage von pressetext.
"Grundsätzlich begrüßen wir zwar die Erstellung einer Roamingverordnung. Den Wettbewerb und die Preise in dieser Art und Weise zu regulieren, grenzt aber beinahe an planwirtschaftliche Eingriffe in den Markt", sagt Heer. Zwar besteht Einigkeit darüber, dass die Auslandstarife im gesamten EU-Raum gesunken sind, über die Höhe der Kostensenkung wird aber nach wie vor diskutiert. Besondere Aufmerksamkeit finden die offenbar noch immer zu teuren SMS-Roamingkosten, wie aus der Studie hervorgeht. Der EVP-Parlamentsabgeordnete Rübig lässt dieses Thema jedoch gänzlich unkommentiert. Die EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien, Viviane Reding, die der Christdemokratischen Partei Luxemburgs angehört, kündigte eine Entscheidung über die Notwendigkeit der Regulierung von SMS- und Datendienst-Roamingtarifen bis Ende 2008 an.
Aus dem Bericht, der den Zeitraum April bis September 2007 umfasst, geht hervor, dass die Kosten für Anrufe in allen Mitgliedsstaaten um durchschnittlich zehn Prozent gefallen sind. Seit 30. September 2007 würden die vorgeschriebenen Preise (24 Cent eingehend, 49 Cent ausgehend) für Mobiltelefonate im Ausland flächendeckend eingehalten. Die ERG kritisiert allerdings die Abrechnung pro Gesprächsminute durch die Mobilfunkbetreiber, wodurch für die Konsumenten Mehrkosten von bis zu 20 Prozent entstehen. "Die Umsätze bei Mobilfunkbetreibern dürften aufgrund der Preissenkung zurückgehen. Andererseits kann ich mir auch vorstellen, dass der dramatische Preisverfall, den wir in der gesamten Telekommunikationsbranche vorfinden, zu einer Nutzungssteigerung von Handys im Ausland führt. Ein solcher Mehrnutzen könnte dazu führen, dass sich die Kostensenkungen nicht auf die Umsätze der Anbieter niederschlagen werden", schließt Heer.
(Ende)
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