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pte070731026 Umwelt/Energie, Handel/Dienstleistungen |
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Dioxin in Lebensmittelzusatz gefunden
Migros zieht Crèmepulver zurück
Eschenz
(pte/31.07.2007/12:45) -
Die Thurgauer Firma Unipektin http://www.unipektin.ch hat unwissentlich ein mit Dioxin verunreinigte Verdickungsmittel vertrieben. Das vom thurgauischen Kantonschemiker beanstandete Guarkernmehl ging an Firmen in der Schweiz, in Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Spanien, Finnland, Österreich, Ungarn, Tschechien, Polen, Australien, Japan und in die Türkei. Die Abnehmerfirmen verwenden das Mehl bei der Herstellung von Joghurt, Desserts, Salatsaucen, Mayonnaisen oder Ketchup. Als Verursacher der Verunreinigung konnte die indische Firma India Glycols Limited eruiert werden. Sie liefert seit zwei Jahren Guarkernmehl an Unipektin.
An welche Kunden das verunreinigte Mehl ging, wollte Unipektin-Chef Bruno Jud gegenüber pressetext Schweiz "aus Gründen der Diskretion" nicht sagen. In Deutschland seien aber rund 15 Kunden, in Österreich fünf Kunden betroffen. An wen bzw. wohin diese Kunden wiederum ihre Produkte lieferten oder exportierten, weiss Jud nicht. Alle Kunden seien aber über die Gefahr informiert worden.
Einen ersten Hinweis auf die Verunreinigung erhielt Unipektin am 13. Juli aus einem Labor in Tschechien, das für einen deutschen Lebensmittelkonzern Qualitätskontrollen macht. Die Bestätigung kam am 20. Juli von einem Analyse-institut in Hamburg, das in den Proben zwischen 12 und 156 Pikogramm Dioxin pro Gramm Fett fand. In Europa liegen die Grenzwerte für Dioxin in Lebensmitteln zwischen eins und sechs Pikogramm, bei Fisch kann es bis zu 20 Pikogramm gehen. Das Umweltgift Dioxin gilt gemeinsam mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen PAK als krebserregend (pressetext berichtete: http://www.pressetext.ch/pte.mc?pte=051203007 ). Während der thurgauische Kantonschemiker eine Gesundheitsgefährdung nicht ausschliessen konnte und deshalb Alarm schlug, verzichtete das Bundesamt für Gesundheit BAG auf eine öffentliche Warnung. Auch die Firma Nestlé, welche zu den Bezügern des verunreinigten Verdickungsmittels zählt, verzichtete auf eine Rückrufaktion, weil die Dioxin-Konzentration im fertigen Produkt laut Nestlé-Sprecher François-Xavier Perroud "weit unterhalb der problematischen Grenze" gelegen habe.
Auf den Dioxin-Alarm reagiert hat die Migros. Sie rief gestern drei Crèmepulver zurück. Die Produkte Crème Quick Vanille, Crème Quick Schokolade und Mousse Himbeer des Migros-Produktionsbetriebs Midor sind erst ab dem 13. August wieder in den Regalen. Migros-Kunden können diese Produkte zurückbringen und erhalten ihr Geld zurück. Unipektin habe die Migros ordnungsgemäss darüber informiert, dass das gelieferte Guarkernmehl mit Dioxin belastet sei, erklärte Mediensprecher Walter Staub gegenüber pressetext Schweiz. Der darauf erfolgte vorsorgliche Rückruf sei zwar in Absprache mit dem Zürcher Kantonschemiker erfolgt, von diesem aber nicht explizit gefordert worden. "Wir können ausschliessen, dass weitere Produkte betroffen sind", so Staub. Coop wiederum bezieht kein Guarkernmehl von Unipektin, sagte Sprecher Takashi Sugimoto auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Da Coop auch nicht direkt informiert worden sei, gehe man davon aus, keine mit Dioxin verseuchten Produkte im Sortiment zu haben. Dennoch habe man vorsorglich mehrere Lieferanten kontaktiert.
(Ende)
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