Branchengrößen: Fehlanzeige beim Web-2.0-Angebot
Mangelnde Expertise als Chance für innovative kleinere Anbieter
Cambridge, MA
(pte/24.03.2007/13:50) -
Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern drängen verstärkt auf die Implementierung von Web-2.0-Lösungen in ihren Unternehmensprozessen. Traditionell werden dabei allerdings Komplettlösungen, also Software-Suiten von den führenden Branchenvertretern wie IBM, Microsoft oder Oracle bevorzugt, heißt es in einer aktuellen Forrester-Studie http://www.forrester.com zum Thema. Diese haben zwar damit begonnen, Web-2.0-Technologien in ihr Angebot zu integrieren. Branchenexperten sehen die Innovation in diesem Bereich aber eindeutig von kleineren Unternehmen und Start-ups ausgehen.
"Die großen Software-Anbieter haben einfach keine Tradition im Bereich Web 2.0 und Social Software", meint etwa Web-2.0-Experte Markus Hübner von Brandflow http://www.brandflow.at im Gespräch mit pressetext. Er bestätigte die Forrester-Ansicht, dass gerade größere Unternehmen traditionell auf etablierte Anbieter setzten würden. Gleichzeitig würden diese von der Industrie im Moment aber ziemlich im Regen stehen gelassen werden. "Es wundert mich schon, dass die großen Software-Anbieter nicht flexibler bei dem Thema auftreten", so Hübner. Unternehmen hätten derzeit folglich nur begrenzte Möglichkeiten. So könnten sie darauf warten, bis ein großer Anbieter mit einer tatsächlichen Komplettlösung auf den Markt komme oder sich an die Implementierung von Einzellösungen kleinerer Anbieter machen, so Hübner.
Um bei der Innovationskraft aufzuholen, empfiehlt Forrester den derzeitigen Branchengrößen, einmal mehr auf Einkaufstour zu gehen und sich mit Technologie innovativer Start-up-Unternehmen einzudecken. Gleichzeitig orten die Analysten darin eine große Chance für die jetzt aufstrebenden kleineren und mittleren Web-2.0-Unternehmen, ihre Entwicklungen gewinnbringend in entsprechenden Software-Suites der Großen unterzubringen. Zwar zeigten sich die in der Studie befragten IT-Führungskräfte (CIOs) nur eingeschränkt von der Notwendigkeit von Blogs und Social-Networking-Applikationen in der Unternehmenskommunikation überzeugt. RSS-Technologien, Wikis und Tagging-Funktionen erachtete aber ein Großteil für vorteilhaft. Zugleich gab eine große Mehrheit der Befragten zu, dass bereits jetzt zumindest eine Web-2.0-Technologie zum Einsatz komme, da dadurch Arbeitsprozesse effizienter gestaltet werden können.
Laut Brandflow-Gründer Hübner ist es allerdings fraglich, ob die großen Anbieter durch Übernahmen und Einkaufstouren die eigene Web-2.0-Schwäche im Portfolio ausmerzen können. "Die Innovationsdynamik ist heute weitaus höher als noch vor fünf oder zehn Jahren. Der Zyklus, bis derartige Technologien sinnvoll implementiert werden können, ist meiner Meinung nach einfach zu lang für den sich schnell wandelnden Markt", so Hübner. Als alternativen Ansatz kann sich Hübner daher vorstellen, dass die von den Branchengrößen bereitgestellten Infrastrukturen zukünftig offener gestaltet werden. Damit könnten Unternehmen neue Technologien auf flexiblere Art und Weise in bestehende Strukturen integrieren, ohne auf die Verlässlichkeit der etablierten Branchenvertreter verzichten zu müssen.
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