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Hurrikan Rita nimmt Kurs und lässt Meteorologen zittern
Genauer Kurs nur schwer vorherzusagen

Houston (pte/22.09.2005/15:54) - Der von Experten als drittstärkster Hurrikan aller Zeiten eingestufte Tropensturm "Rita" wirft seine mächtigen Schatten voraus. Nur wenige Wochen nach der durch Hurrikan "Katrina" verursachten Zerstörung befindet sich damit die Golfregion erneut in absoluter Alarmstimmung. Max Mayfield, der Direktor des Nationalen Hurrikanzentrums http://www.nhc.noaa.gov befürchtete in einem Interview mit CNN sogar, dass der Monstersturm schlimmere Auswirkungen haben könnte als "Katrina" und warnte, dass die einsetzenden starken Winde das Verlassen der Region schon ab morgen, Freitag, unmöglich machen könnten. Wo, wann und mit welcher Intensität "Rita" allerdings genau auf die Küste treffen wird, stellt die Meteorologen weiterhin vor große Probleme.

Das größte Problem in der Vorhersage des Routenverlaufs und Stärkeentwicklung eines Hurrikans liege darin, dass neben den äußeren Einflüssen auch immer das Eigenleben des Hurrikans eine entscheidende Rolle spiele, so Prof. Klaus Fraedrich vom Meteorologischen Institut der Universität Hamburg http://www.mi.uni-hamburg.de gegenüber pressetext . "Die seit einigen Jahren verbesserten Datensammlungs- und -assimilationstechniken haben dazu geführt, dass im Bereich der 24h-Vorhersage mittlerweile recht zuverlässige Vorhersagen getroffen werden können", meint Fraedrich. Die Problematik längerfristiger Prognosen ergäbe sich vor allem dadurch, dass schon kleine Fehleinschätzungen der jeweiligen Ausgangslage zu großen Abweichungen in den Vorhersagemodellen führen würden.

Thomas Sävert vom Wetterdienst Meteomedia http://www.meteomedia.de weist auf die extremen Bedingungen hin, die Naturereignisse wie "Rita" oder "Katrina" mit sich bringen. "Allein das Sammeln und Aufzeichnen verlässlicher Werte ist angesichts mittlerer Windgeschwindigkeiten von 280 Stundenkilometern sowie des nicht immer eindeutig lokalisierbaren Zentrums des Hurrikans ein ungemein heikles Unterfangen", so Sävert gegenüber pressetext. Zusätzlich erschwert würde das Prognostizieren dadurch, dass sich jeder Hurrikan komplett anders verhalte und innere Eigendynamiken entwickle, denen mit bisherigen Mess- und Vorhersagemethoden noch nicht beizukommen sei.

So habe man beispielsweise erst Anfang der 90er-Jahre beim verheerenden Wirbelsturm "Andrew" entdeckt, dass kleinere Sekundärwirbel außerhalb des Hurrikanauges lokal zu katastrophalen Verwüstungen führen können, so Sävert weiter: "Auch die Erforschung der Prozesse, die innerhalb des Hurrikans für die fluktuierende Abgrenzung des Auges verantwortlich sind, steckt noch in den Kinderschuhen." Vorhersagen seien in diesem Bereich - wenn überhaupt - nur anhand von Erfahrungswerten und intuitivem Urteilsvermögen möglich.

Hurrikan "Rita" soll laut Experteneinschätzung Samstag früh auf die Küstenregion treffen. Während die meisten Vorhersagen immer noch davon ausgehen, dass hauptsächlich der Westen des US-Bundesstaats Texas betroffen sein wird, lassen neueste Berechnungen auch eine Route weiter östlich befürchten. Damit rückt der Bundesstaat Louisiana nur einige Wochen nach "Katrina" erneut in den Mittelpunkt allerhöchster Alarmbereitschaft. (Ende)



Aussender: pressetext.deutschland
Redakteur: Martin Stepanek
email: redaktion@pressetext.com
Tel. ++43-1-81140-0



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