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Ambivalente Haltung Chinas zu Online-Games
Staat fördert Game-Industrie und will Jugendlichen spielen verbieten

Blizzard
Peking (pte/05.08.2005/12:12) - China hat eine äußerst ambivalente Einstellung zu Online-Games. Der chinesische Staat stellt einerseits Milliardenförderungen für die boomende Game-Industrie zur Verfügung und versucht andererseits einen wichtigen Teil der Kunden am Spielen zu hindern, berichtet das Branchenportal Gamesindustry.biz http://www.gamesindustry.biz. Demnach hat die chinesische Regierung angekündigt, 15 Mrd. Yuan (rund 1,8 Mrd. Dollar) für die Förderung von Unternehmen im Bereich Online-Games auszugeben. Gleichzeitig gab das Ministerium für Kultur und Information bekannt ein Gesetz zu planen, das Minderjährigen Games, in denen andere Spielfiguren getötet werden, verbieten will.

Analysten schätzen den Markt für Online-Games in China auf ein Volumen von rund 500 Mio. Dollar im Jahr 2004, Tendenz stark wachsend. Vor diesem Hintergrund will die Regierung heimische Unternehmen fördern, die derartige Online-Games entwickeln. Investitionen - vor allem in den Städten Peking, Shanghai und Guangzhou - sollen in den kommenden drei Jahren die Gründung von zehn bis 30 neuen Unternehmen in dieser Branche fördern.

Auf der gesellschaftlichen Seite sind Online-Games der chinesischen Regierung ein Dorn im Auge. Aufgrund einiger Fälle, in denen sich Online-Gamer wegen virtueller Vorfälle gegenseitig attackiert oder sogar getötet haben, will China Jugendlichen das Spielen von gewalttätigen Games verbieten. Das geplante Gesetz sieht laut Gamesindustry.biz vor, Minderjährigen den Zugang zu Games, in denen getötet wird, generell zu verbieten. Das würde eine breite Palette von Online-Games betreffen: Von oft als aggressiv bezeichneten Ego-Shootern wie Counter-Strike bis zu Rollenspielen wie World of Warcraft. Das Gesetz ziele allerdings weniger darauf ab, von den Game-Entwicklern gewaltfreie Spiele zu fordern, sondern generell die Zeit zu beschränken, die Spieler online verbringen. Dazu sollen Spieler etwa nach einer bestimmten Zeit automatisch ausgeloggt werden, um sie davon abzuhalten, zuviel Zeit in virtuellen Welten zu verbringen.

Online-Games sind in China außerordentlich beliebt und vor allem MMOGs (Massively Multiplayer Online Games) boomen. So hat das MMOG "World of Warcraft" in nur wenigen Wochen 1,5 Mio. Abonnenten im Reich der Mitte gewonnen. Die Online-Gemeinde Chinas wird bereits auf über 100 Mio. geschätzt. Das rasante Wachstum lässt erwarten, dass das Land bald die USA mit rund 185 Mio. Usern als größte nationale Online-Community ablösen wird. (Ende)



Aussender: pressetext.austria
Redakteur: Erwin Schotzger
email: schotzger@pressetext.com
Tel. +43-1-81140-317

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